Wilhelm Löhes Abendmahlsverständnis anhand ausgewählter Predigten“
- Zur Bedeutung des Abendmahls bei dem ev. Pfarrer und Gründer der Diakonie Wilhelm Löhe (1808 -1872), ist Dirk Bachmann der Frage nachgegangen, wie Löhe in seiner Predigtreihe aus dem Jahr 1866 das Abendmahl begründete und systematisch einordnete. Das Forschungsinteresse war auf das Abendmahl in seiner möglichen Stellung zur Predigt gerichtet, bezog aber auch den weiter gefassten systematischen Rahmen ein, wobei soteriologisch-christologische als auch ekklesiologisch-eschatologische Akzente herausgearbeitet wurden.
Methodisch erfolgte die Analyse der einschlägigen Predigtpassagen unter Berücksichtigung von Martin Luthers „Kleinem Katechismus“. Löhes weiterführende Denkansätze wurden dabei unter typische, lutherische „Loci“ (Lehrpunkte) gesammelt und in der Folge im Rahmen einer systematischen Zusammenschau final gewürdigt. Als Ertrag wurde deutlich, dass Löhe sich in seinem Abendmahlsverständnis als systematisch eigenständiger Denker profilierte.
Löhe betonte den Eigenwert des Abendmahlsvollzugs unter speziellen christologischen Voraussetzungen und maß dem Abendmahlsgenuss einmal mit Blick auf das Heil der einzelnen Gläubigen, zum anderen auch mit Blick auf die Zukunft der Kirche insgesamt eine stabilisierende Wirkung zu, dies vor allem in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche.